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Der Digital Kindergarten hat in diesem Jahr 3000 Gäste aus Technologie und Marketing angezogen. Die Besucher konnten Vorträge von über 50 Speakern lauschen, an 13 Workshops teilnehmen und 60 Ausstellern einen Besuch abstatten. Themen waren Technologie, Medienformate, E-Commerce und Kreativität. Im Gadget Garden gab es einiges zum Auszuprobieren – u.a. VR-Kicker, Gaming-Experiences, Emotionen-Tracking und E-Roller.


“Audio killed the Video Star?” 

Zu unserer Erschütterung wurde nicht nur Video als Medium der Stunde gehandelt, sondern auch Audio. Aber das können wir verkraften. Audio-Formate boomen in Deutschland. 50 Prozent der unter 30-Jährigen wünschen sich Geschichten, die speziell für Audio-Formate produziert werden. So wie das Audible Original Hörspiel „Akte X: Cold Cases“. Und vielleicht hat der Erfolg von Audio in Form von Podcasts und Hörbüchern auch einen nostalgischen Grund: Wir kennen das Format alle aus unserer Kindheit. Wer hat nicht früher Hörbücher zum Einschlafen gehört? Ich jedenfalls schon. Bibi Blocksberg. Auf Kassette. 

Audio-Formate werden auch als „Kino für die Ohren“ beschrieben. Auf unserem Blog reden wir immer viel von den überfluteten Social-Media-Kanälen – visueller Overkill auf den Bildschirmen. Intensive Hörerlebnisse sind dagegen Urlaub für die Augen. Sie sprechen nur einen Sinn an. Ist die Qualität schlecht, fällt das auf. Mit Videos kann man ein Stück weit schummeln und durch visuelle Informationen vom Ton ablenken – oder andersherum. Reine Audio-Formate aber müssen immer abliefern. 
 

Nico Rosberg gibt Social Media Marketing Tipps

Sie fragen sich nun vielleicht: „Nico Rosberg? Der Formel1 Weltmeister? Was weiß der schon über Social Media Marketing?“ Eine ganze Menge. Zumindest fielen viele Marketing Buzzwords in seinem Vortrag. Und das ist ja schon die halbe Miete. Rosberg stellt auf dem #DK2019 vor, wie er sich, nachdem er aus der Formel1 „retired“ ist, dem Aufbau seiner Social-Media-Präsenz gewidmet hat. Dabei fokussiert er sich vor allem auf die Formate Video und Audio – sprich YouTube und seinem Podcast. „Mein Social Media ist die Basis für alles, was ich im Leben mal erreichen möchte“, so Rosberg. Er weiß, dass Social Media auch für Unternehmer inzwischen unverzichtbar ist. 

Rosberg möchte auch als Unternehmer „Gutes tun, bedeutende Sachen machen. Menschen etwas beibringen und etwas für den Planeten“ tun. Seine Ziele sind ganz bescheiden: New York Times Bestseller Autor werden, „sustainable“ Produkte entwickeln – vielleicht eine „sustainable“ fashion line – und ein eigenes Festival auf die Beine stellen. Auch „sustainable“. Dieses Ziel hat er mit dem Greentech-Festival bereits erreicht. 

Zu guter Letzt gibt er den anwesenden Marketeers noch einen Tipp: „Social Media funktioniert hauptsächlich mit Pull.“ Pull-Marketing, meint er. Rosberg erklärt, dass die meisten Unternehmen nach wie vor am klassischen Push-Marketing festhalten würden. Das würde auf Social Media aber nicht funktionieren. Stattdessen müsse man sich den Themen der Nutzer annehmen und analysieren, worüber die Leute sprechen. 


Bosch beerdigt den Autoschlüssel

Auf Rosbergs Vortrag folgte eine Performance, die im Programm als „Bosch – The Funeral“ aufgeführt war. Was folgte, war die Darbietung einer Beerdigung: Der Trauerzug wurde von freudiger Musik, einer tanzenden Beerdigungsgesellschaft und einem englischsprachigen Pastor begleitet, der letzte rührende Worte an das Publikum richtete. Letzteres war teils neugierig, teils belustigt, aber alle zunächst mit einem leichten Fragezeichen im Gesicht. 

Nach einer Weile war die Botschaft klar: Die Ära der nervenaufreibenden Suche nach dem Autoschlüssel, kurz bevor man das Haus verlassen möchte, ist bald vorbei. In Zeiten von Smartphones wird das Auto künftig per App geöffnet. Das Unternehmen Bosch liefert die passende Anwendung dazu.

Der Autoschlüssel ist tot, lang lebe der (digitale) Autoschlüssel. Und zwar #LikeABosch!

 

Videos und Influencer Marketing

Wir haben es uns natürlich nicht nehmen lassen, mal zu hören, was andere über das Format Video denken. Dabei kamen wir aus dem zustimmenden Nicken gar nicht wieder raus. Zum Beispiel als der Satz fiel: „Budgets wachsen nicht gleichermaßen wie das Bedürfnis nach Video-Content“. Jeder möchte Videos, aber oft ist kein Budget dafür übrig. Der Ausweg aus diesem Dilemma: User-generated-Content. Die Inhalte von Nutzern füllen den Unternehmens-Kanal mit Content und fördert die Interaktion mit der Community.

Die Methoden der Videoproduktion sind zudem agiler und mobiler geworden. Wer bei viel diskutierten oder gehypten Themen schnell ist, kann mit einem Video zum Thema Traffic abgreifen. Das heißt aber man muss schnell sein. Und mutig. Besonders im Bereich Social Video. 

Das gleiche gilt für die Zusammenarbeit mit Creatorn. Im Gespräch mit flow:fwd bestätigten ApeCrime (Musik- und Comedy-Trio mit knapp vier Millionen Abonnenten auf YouTube), dass Marken den Creatorn und Influencern ihre Freiheiten lassen müssen. Creator würden ihre Fans am besten kennen und wissen, was ihnen gefällt. Oder um es im Star Wars Präsentationsstil der Influencer-Agentur zu sagen: „Loslassen du musst“. Gleiches betonte Paul Ripke übrigens bereits auf den Bühnen der OMR.


Fazit

Tolle Location, tolle Themen und tolle Speaker. Die Vorträge sind mit einer halben Stunde fast zu knapp bemessen, um tiefer in Themen einzusteigen. Dafür gibt es aber die Workshops. Die Zahl an parallelen Veranstaltungen hält sich in Grenzen. So hat man nicht ständig das Gefühl etwas anderes Wichtiges zu verpassen. Die obligatorische Aftershow-Party bietet Gelegenheit mit anderen Besuchern und Ausstellern ins Gespräch zu kommen und das eigene Netzwerk zu vergrößern. Für uns waren einige spannende Themen dabei, auf denen wir in Zukunft rumdenken werden. Wir freuen uns schon aus den Digital Kindergarten 2020! 

 

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Über den Autor

Julia Bellan

Julia Bellan studierte Medienwirtschaft und Journalismus an der Jade Hochschule Wilhelmshaven und entdeckte dort ihre Leidenschaft für das Schreiben. Als Redakteurin bei Pictima setzt sie alles daran, die Welt der Video-Branche aus allen Blickwinkeln zu betrachten und ihre Entdeckungen in unterhaltendem, aber informativem Content aufzubereiten.

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