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Lee Maas über seinen Weg von dem Format Foto bis hin zum Video

Verwehte Haare, Sonnenbrille in der Hand und noch etwas aus der Puste. Ausnahmsweise scheint die Sonne in Hamburg und Lee Maas hat die Gelegenheit genutzt, um mit seinem Fahrrad entlang der Elbe zu unserem Büro zu fahren. Vorsichtig steckt er seinen Kopf durch unsere Tür und fragt, ob er hier überhaupt richtig sei. Selbstverständlich ist er das: Wir haben ihn schon neugierig erwartet! Während der Drehs für die Eventfilme des Sportherstellers Under Armour hat uns der 31-jährige Hamburger auf Anhieb mit seinen atemberaubenden Aufnahmen überzeugt. Jetzt wollen wir ihn genauer kennenlernen.

„Ich bin da irgendwie reingerutscht und sehr glücklich darüber.“

Pictima: Lee, vielen Dank, dass du im Office von Pictima vorbeischaust und uns ein paar Fragen beantwortest. Wir waren sehr begeistert von den Aufnahmen, die du bei unserem letzten Dreh gemacht hast. Auf deiner Website steht, dass du seit 2008 als freier Fotograf tätig bist. Wie bist du denn überhaupt zum Fotografieren gekommen?

Lee Maas: Vielen Dank, das freut mich, wenn es euch gefallen hat. Ich habe damals bei Christian Schoppe ein Schülerpraktikum absolviert. Schoppe ist ein sehr bekannter Hamburger Fotograf, der schon zahlreiche deutsche, aber auch internationale, Berühmtheiten abgelichtet hat. Das Praktikum hat mein Interesse für Fotografie natürlich weiter verstärkt. Also habe ich mich nach der Schule bei dem OTTO Fotostudio beworben. Die haben mich auch direkt genommen, sodass ich dort während einer dreijährigen Ausbildung das professionelle Fotografieren erlernen konnte. Anschließend habe ich mich selbstständig gemacht und bin es seitdem auch geblieben.

 

Und seit 2011 bist du auch als Regisseur tätig. War es ein ganz normaler Schritt für dich als Fotograf auch irgendwann mit dem Format Video zu arbeiten oder wolltest du gern einfach noch ein anderes Gebiet erkunden?

Bewegtbild ist im Vergleich zur Fotografie ja nicht ein völlig anderes Gebiet. Der Name sagt es ja bereits. Als Fotograf bekommst du ein Auge für gewisse Dinge. Beim Film benötigst du diese Fähigkeit ebenfalls. So gesehen ist nur das Equipment ein bisschen ein Anderes.

Der Schritt vom Fotografen zum Filmemacher war von mir auch gar nicht bewusst geplant: Ein Freund hatte mich damals einfach gefragt, ob ich nicht ein Musikvideo für ihn drehen könnte, weil ihm meine Fotos gefielen. Nachdem der Clip dann fertig war, hat sich das natürlich herumgesprochen und andere Leute wurden auf mich aufmerksam. Also hat mich der Nächste gefragt, ob ich nicht auch ein Video für ihn umsetzen könnte. So ging das dann immer weiter. Ich bin da also irgendwie spontan reingerutscht. Darüber bin ich aber sehr glücklich.

 

Fesselnde Ästhetik mit einer Prise Hip-Hop: Das Showreel von Lee Maas. (Quelle: https://vimeo.com/164077267)

"Ein Foto hat einfach keinen Ton – noch nicht."

Was fasziniert dich denn am bewegten Bild? Welche Vorteile bietet dieses Format gegenüber einer einfachen fotografischen Aufnahme?

Bei der Arbeit mit Videos bieten sich durch die Schnitte mehr Möglichkeiten an. Dadurch können bei dem Zuschauer ganz andere Emotionen erzeugt werden als bei einem Foto. Viel mehr fasziniert mich aber der Einsatz von Sound-Elementen in meinen Videos: Töne sprechen die Menschen einfach an und erwecken noch einmal viel stärkere Emotionen in ihnen. In einem Horrorfilm kannst du beispielsweise mit bestimmten Sounds Angst und Nervenkitzel erzeugen. In der Werbung sind es wiederum die freundlicheren Töne, mit denen sich die Leute identifizieren. Das finde ich wirklich spannend. Ein Foto hat einfach keinen Ton – noch nicht.

 

Welcher Film gefällt dir denn am besten oder welches Video hat dich am meisten beeinflusst?

Ich finde die Farben bei „City of God“ wirklich sehr schön. Inspiration für meine eigenen Musikvideos hole ich mir dann aber meist bei Specter Berlin oder dem Franzosen Romain Gavras. Letzterer hat zum Beispiel den Musikclip zu dem Song „Stress“ von der Band Justice gedreht. Das ist wohl eines seiner bekanntesten Videos, denn es wurde heiß in den Medien diskutiert. Natürlich sind es aber nicht nur andere Künstler oder Filme, die mich inspirieren. Es ist vor allem mein Alltag, der mich immer wieder auf neue Ideen bringt. Als Kreativer sollte man auch hier ständig die Augen offenhalten.

 

Du selbst hattest ja auch schon Größen wie Cro vor der Kamera und deine Bilder sind in renommierten Magazinen wie etwa der unter Fotografen heiß begehrten Vogue veröffentlicht worden. Auch für die bekannten deutschen Rapper Nico Suave und Fard hast du schon Musikclips gedreht. Auf welche deiner Arbeiten bist du besonders stolz? Was war deiner Meinung nach dein größter Erfolg?

Da möchte ich mich wirklich nicht festlegen. Jede Arbeit ist schließlich gleich wichtig. Daher bin ich natürlich auch stolz auf jede einzelne meiner Arbeiten. Ich schaue mir aber gern immer wieder mal meine ersten Videos an. Natürlich sehe ich jetzt die ganzen Anfängerfehler, die ich damals gemacht habe. Trotzdem sind es aber auch sehr schöne Erinnerungen, weil es durch diese Videos ja erst so richtig losging.

„Als Fotograf und Regisseur möchte ich natürlich nicht stehen bleiben und mich immer weiterentwickeln.“

Für das Video zu dem Lied „Hochhinaus“ des bekannten deutschen Rap-Musikers Nico Suave hat Lee Maas Regie geführt. (Quelle: https://vimeo.com/158639441)

 

Ein Blick in die Vergangenheit ist ja auch immer emotional. Wie wäre es denn diesmal mit einem Blick Richtung Zukunft – gibt es da noch etwas, wovon du träumst?

Als Fotograf und Regisseur möchte ich natürlich nicht stehen bleiben und mich immer weiterentwickeln. Einen Kurzfilm zu drehen wäre für mich der nächste sinnvolle Schritt, danach darf es dann auch gern mit einem Langfilm weitergehen. Ein riesiger Traum wäre für mich aber die Kampagne eines großen Modelabels zu schießen, die dann weltweit durch alle Medien gehen würde. Das wäre wirklich der Wahnsinn.

 

Gibt es denn ein Vorbild, mit dem du gern einmal zusammenarbeiten würdest?

Nein, bestimmte Vorbilder habe ich eigentlich nicht. Mit Steven Meisel würde ich aber gern einmal zusammenarbeiten. Oder natürlich mit dem legendären Peter Lindbergh. Ich mag seine Fotos wirklich sehr, weil sie so natürlich sind.

 

Deine Bilder wiederum scheinen teilweise sehr vom Hip-Hop beeinflusst zu sein. Auch für deine Musikclips hattest du hauptsächlich Rap-Musiker vor der Linse. Wie sehr inspiriert dich die Musik bei deiner Arbeit?

Dass meine Fotos so aussehen, als seien sie vom Hip-Hop beeinflusst, finde ich gerade wirklich sehr interessant. Das sehe ich eigentlich gar nicht so. Generell ist es bei einem Fotoshooting natürlich immer sehr hilfreich, wenn im Hintergrund Musik läuft. Welches Musikgenre das ist, spielt für mich aber keine große Rolle. Das hängt komplett von der Situation ab.

„Ich war überrascht, wie professionell das Ganze ablief. Das ist leider nicht immer der Fall.“

Bei dem „Under Armour“-Dreh wurde sich auch viel zu Musik bewegt. Pictima hat dabei erstmals mit dir zusammengearbeitet. Wie bereits erwähnt, hat uns deine Arbeit sofort überzeugt. Wie hat es dir denn gefallen mit uns zu arbeiten?

Das war ganz schlimm! (lacht) Nein, war es natürlich nicht. Im Gegenteil: Vor Ort herrschte insgesamt eine wirklich angenehme Atmosphäre. Und ich war überrascht, wie professionell das Ganze ablief. Das ist leider nicht immer der Fall. So gesehen hoffe ich, dass ich noch das ein oder andere Projekt mit Pictima umsetzen werde.

Das hoffen wir natürlich auch. Vielen Dank für deinen Besuch, Lee.

 

Weitere Infos über Lee Maas

leemaas.de

instagram.com/lee_maas/

facebook.com/lee.maas.9

vimeo.com/leemaas

Über den Autor

Sebastian Boch

Sebastian Boch studierte Medien und Information an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg und entdeckte dort seine Leidenschaft für die Suchmaschinenoptimierung, die User Experience sowie das redaktionelle Arbeiten. Als Online Marketing Manager bei Pictima verbindet er diese Interessen nun mit dem Format Video und berichtet über seine Erkenntnisse hier in diesem Blog.

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