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„Meine Video-Landing-Page ist die am besten konvertierende Seite, die ich jemals hatte.“, sagt Marketing-Experte Neil Patel in einem Blogartikel. Nach der Veröffentlichung eines Videos auf einer seiner Webseiten, sei die Conversion-Rate der Page um 64 Prozent und die monatlichen Umsätze um 21.000 US-Dollar gestiegen.

Auch der deutsche Online-Marketing-Guru Karl Kratz ging kürzlich in seinem Vortrag “Die Kunst digitaler Inszenierung”auf der OMK in Lüneburg auf die Wirkung von Videos ein. Eine schlichtes Anmeldeformular für einen Newsletter sei seiner Meinung nach nicht immer zielführend. Der Newsletter müsse hingegen mit weiteren Maßnahmen beworben werden – etwa mit einem Video. Als Beispiel zeigte er das Video des deutschen Hypnotiseurs Jan Becker, in dem Kratz selbst mitgewirkt hat und darin am Ende auch zu sehen ist. Zugegeben: In dem Video wird unserem Empfinden nach etwas zu dick aufgetragen. Laut Karl Kratz liegt die Conversion-Rate dieser Landingpage jedoch bei etwa 60 (!) Prozent.

Sicherlich nicht für jeden Geschmack, aber laut Karl Kratz dennoch zielführend: Das Video von Jan Becker für seinen Newsletter.

Auch wenn dies zwei Extremfälle sind, ist Video-Content durchaus ein hilfreiches Werkzeug für die Conversion-Optimierung. Deshalb zeigen wir Ihnen in diesem Artikel, wie Sie mit einem Video die Conversion-Rate Ihrer Landingpage positiv beeinflussen können.


Warum Sie ein Video auf Ihrer Landingpage einbinden sollten

Die meisten Nutzer haben weder die Zeit noch die Geduld, sich alle Inhalte einer Webseite durchzulesen. Sie scannen die Seite und lesen – wie einige Studien bereits zeigten – nach einem F-Schema. Die Verweildauer einer Seite ist demzufolge gering. Wenn Nutzer die gesuchten Informationen zudem nicht auf Anhieb finden, verlassen sie die Seite schnell wieder und suchen anderswo.

Videos hingegen werden gern rezipiert. Sie erfordern im Gegensatz zum Lesen weniger kognitiven Aufwand. Selbst komplexe Themen können durch Videos leicht verarbeitet werden. Dies kommt auch der mittlerweile sehr geringen Aufmerksamkeitsspanne der Nutzer zugute. 

Wenn Sie Ihre Zielgruppe mit Ihrer Botschaft erreichen möchten, sollten Sie dies also mit einem Video tun. Denn Video-Content zieht die Aufmerksamkeit auf sich, fesselt die User und erhöht somit ihre Verweildauer auf der Seite. Zeitgleich können Sie Ihren Call-to-Action platzieren, um Ihre Nutzer zu Kunden konvertieren zu lassen. 


Die richtige Platzierung eines Videos auf der Landingpage

Sie haben mehrere Möglichkeiten, ein Video auf Ihrer Landingpage einzusetzen. Unsere Empfehlung ist: Platzieren Sie das Video above the fold – ganz oben auf Ihrer Website, sodass es ohne scrollen sichtbar ist. Achten Sie darauf, dass möglichst wenig ablenkende Elemente im oberen Teil der Webseite sichtbar sind, damit das Video seine volle Wirkung entfalten kann. 

Eine Möglichkeit dabei wäre, dass Sie das Video flächig im Hintergrund des Headers platzieren. Textinformationen sollten dabei auf eine zutreffende und präzise H1-Überschrift und maximal eine Sub-Überschrift begrenzt werden. Das Video oder zumindest ein Teil davon wird dann automatisch – aber tonlos – in einer Endlosschleife abgespielt. Mit einem zusätzlichen “Video ansehen”-Button können Sie Ihre Nutzer dazu verleiten, das Video in seiner Gänze zu betrachten.

Alternativ hierzu können Sie das Video auch als zentrales Element ganz oben auf Ihrer Landingpage platzieren und daneben weitere Informationen sowie einen Button mit dem Call-to-Action bereitstellen. Natürlich sollten die Informationen auch hier möglichst gering, aber aussagekräftig gehalten werden. In Stichpunkten können die zentralen Aussagen des Videos wiederholt werden, um die wichtigsten Informationen zu unterstreichen. 


Den Call-to-Action bestimmen

Der Call-to-Action ist ein zentraler Aspekt Ihres Videos. Mit ihm geben Sie Ihren Nutzern eine Handlungsaufforderung mit auf den Weg. So banal es auch klingt: Sie müssen Ihren Nutzern sagen, was sie zu tun haben. Dieser Aspekt wird auf Landingpages häufig außer Acht gelassen.

Sie sollten sich also darüber im Klaren sein, was Sie mit Ihrem Video erreichen wollen und welche Zielgruppe Sie ansprechen. Das kann auch variieren, wenn Sie verschiedene Kundenstämme haben. Jeder Kundenstamm hat andere Probleme und ist auf der Suche nach einer Lösung. Erklären Sie in diesem Fall für jeden einzelnen Kundenstamm, wie Sie ihr Problem beheben können. Dies eignet sich beispielsweise auf unterschiedlichen Landingpages für verschiedene Teilzielgruppen. Die einzelnen Videos können dort zielgerichtet platziert werden. 

Der Call-to-Action, den Sie in das Video mit einbinden möchten, muss nicht immer erst am Ende des Videos erfolgen. Sie können ihn auch bereits in der Mitte einbringen, denn nicht alle Nutzer schauen Ihr Video auch zu Ende. Mit einem zusätzlichen CTA in Form von Text oder eines Buttons neben dem Video erreichen Sie Ihre Nutzer auf jeden Fall.


Die inhaltliche Gestaltung des Videos – Emotionen wecken

Bei der Produktion des Videos sollten Sie die drei folgenden Punkte beachten:

1 Inhalt: Zuschauer fühlen sich von Videos angesprochen, mit dessen Handlung sie sich identifizieren können und/oder die sie auf einer emotionalen Ebene ansprechen. Deswegen ist es wichtig, in einem Video für die Landingpage nicht nur die Kernaussage und wichtige Informationen einzubringen, sondern diese auch in eine gute Geschichte zu verpacken. Storytelling ist das Stichwort. 
Mit einer gelungenen Story erreichen Sie Ihre Zuschauer noch viel besser als mit harten Fakten. Das lässt sich gut verbinden, wenn Sie die Pain Points Ihrer Zielgruppe kennen. Denn so können Sie Ihre Lösung in einer Geschichte präsentieren und Ihre Nutzer damit überzeugen. 

2. Länge: Neben der Emotionalität spielt auch die Länge Ihres Videos eine wichtige Rolle. Beschränken Sie sich auf das Wesentliche und halten Sie sich kurz. Ihre Nutzer sind auf der Suche nach Informationen und wollen – wie oben bereits beschrieben – diese schnell finden und vermittelt bekommen. Lange um den heißen Brei herumzureden, bewirkt nur, dass sie Ihre Landingpage verlassen und woanders weitersuchen. 
Begrenzen Sie Ihr Landingpage-Video möglichst auf maximal eineinhalb Minuten – sofern es das Thema erlaubt. In dieser Zeit sollten Sie Ihre Geschichte erzählt und den Call-to-Action vermittelt haben, damit die Aufmerksamkeitsspanne Ihrer Zuschauer nicht überstrapaziert wird.

3. Qualität: Neben der Emotionalität und der Länge Ihres Videos spielt auch die Qualität eine wichtige Rolle. Internet-User sind inzwischen hochwertige Videos gewöhnt, selbst wenn es sich um Amateur-Produktionen handelt. 
Es ist daher zu empfehlen, dass Sie das Video für Ihre Landingpage von einer professionellen Videoproduktion konzipieren und erstellen lassen. Das Video ist das zentrale Element auf Ihrer Webseite, das für eine bessere Conversion-Rate sorgen soll. Es ist zudem Ihr Aushängeschild und prägt sich bei den Zuschauern ein. Eine professionelle Videoproduktion sorgt dafür, dass Ihre Ziele und die Kernbotschaft charmant in einer guten Geschichte verpackt werden, die bei den Zuschauern im Gedächtnis bleibt. 


Der richtige Player – Die Einbindung der Videos auf der Landingpage

Sie haben unterschiedliche Möglichkeiten, Ihr Video auf der Landingpage einzubinden. Die zwei gängigsten sind die Folgenden:

1. Selbst hosten: Das Video selbst zu hosten, ist zunächst zwar verführerisch, da alles an bekannter Ort und Stelle bleibt. Dieses Vorgehen kann jedoch auch die Ladezeit Ihrer Seite verlangsamen und dementsprechend die User Experience negativ beeinflussen. Wir empfehlen daher, Videos nur von professionellen Entwicklern auf der Seite einbinden zu lassen, um die Ladezeit weiterhin möglichst gering zu halten.

2. Auf einer Video-Plattform uploaden: Anstatt das Video selbst zu hosten bietet es sich an, auf den Player einer externen Video-Plattform zurückzugreifen. Die hier kostenlos zur Verfügung stehenden Tracking-Tools sind ein weiterer Pluspunkt. Plattformen dieser Art gibt es viele. Die bekanntesten sind YouTube, Vimeo und neuerdings auch Wistia.

  • YouTube:
    YouTube ist mit Abstand die meistgenutzte Video-Plattform im Netz. Der Upload von Videos ist dort kostenlos und, da YouTube nach Google die zweitgrößte Suchmaschine ist, profitieren Sie von den Video-SEO-Effekten. Hierfür müssen Sie das Video mit sinnvollen Keywords und einer Videobeschreibung benennen. Der Vorteil: Sie generieren zum einen Aufrufe für Ihr YouTube-Video, das dadurch bei YouTube und auch in den Google-Ergebnisse besser rankt. Zum anderen können Sie die Zuschauer auf Ihre Website leiten und dadurch den Traffic erhöhen. 
    Tipp: Möchten Sie Videos ausschließlich auf Ihrer Landingpage einbinden, besteht die Möglichkeit, Videos von der Veröffentlichung auf der Plattform auszuschließen.
  • Vimeo: 
    Ebenfalls sehr bekannt ist Vimeo. Die Plattform verfügt über ähnliche Funktionen wie YouTube. Vimeo wird jedoch hauptsächlich von Personen aus dem kreativen Umfeld genutzt. Aufgrund der großen zielgruppenübergreifenden Reichweite von YouTube, raten wir, Ihre Videos lieber dort hochzuladen – sofern Sie neben der Platzierung auf Ihrer Landingpage auch Reichweite über die Plattform erlangen möchten.
  • Wistia:
    Ein weiterer – mehr oder weniger neuer – Anbieter zum Hosten von Videos ist Wistia. Der Vorteil dieser Plattform ist, dass Sie Links in Ihrem Video integrieren oder E-Mail-Adressen abfragen können. So können Sie Ihre Nutzer zum nächsten Schritt Ihres Conversion-Prozesses leiten, ohne, dass diese den Player verlassen müssen. Das heißt konkret: Ihre Nutzer können das Video weiterschauen und gleichzeitig eine Aktion tätigen, wenn sie dazu aufgefordert werden. 


Die Analyse und Optimierung der Landingpage mit Video

Um zu determinieren, wie erfolgreich der Video-Einsatz auf Ihrer Landingpage ist, sollten Sie ein Reporting aufsetzen, in dem Sie die zuvor festgelegten KPIs regelmäßig überwachen. Daraus lassen sich Erkenntnisse für künftige Produktionen ableiten oder Hypothesen für mögliche A/B/n-Tests aufstellen, bei denen Sie mehrere Video-Versionen gegeneinander testen. So erhalten Sie Informationen darüber, welche Art von Videos bei Ihren Nutzern am besten ankommt. 

Zudem sollten Sie die gesamte Landingpage regelmäßig bearbeiten und optimieren. Führen Sie neue Keyword-Recherchen durch und optimieren Sie die Texte dort sowie auch die Videobeschreibung auf der Hosting-Plattform. So können Sie Ihre organische Reichweite halten bzw. verbessern. Denn ohne die nötigen Nutzer bringt auch das beste Video auf Ihrer Landingpage nichts.

 

Fazit

Videos auf Landingpages einzubinden, bietet einige Vorteile: 

  • Videos transportieren Informationen schneller und verständlicher als Texte
  • Videos erregen die Aufmerksamkeit der Nutzer und fesseln sie
  • Die Verweildauer auf Ihrer Landingpage erhöht sich und damit auch das Ranking Ihrer Seite in den Suchergebnissen

Ein Video auf einer Landingpage ist kein Wundermittel. Es beschleunigt aber den Conversion-Prozess und erreicht Menschen effektiver als reiner Text. Trotzdem besteht eine Landingpage mit guter Conversion-Rate meist aus mehreren Elementen – beispielweise aus vertrauensfördernden Gütesiegeln und überzeugenden Textelementen mit weiterführenden Informationen. Wenn jedoch noch ein inhaltlich und technisch hochwertiges Video ergänzt wird, dass Ihrem Nutzer einen Mehrwert bietet, kommt es dessen User Experience zugute und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Ihren Call-to-Actions folgt. 

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Über den Autor

Sebastian Boch

Sebastian Boch studierte Medien und Information an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg und entdeckte dort seine Leidenschaft für die Suchmaschinenoptimierung, die User Experience sowie das redaktionelle Arbeiten. Als Online Marketing Manager bei Pictima verbindet er diese Interessen nun mit dem Format Video und berichtet über seine Erkenntnisse hier in diesem Blog.

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