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Laut einer Studie des Bundesverbandes für Industrie und Kommunikation wurden die Marketingbudgets in deutschen Betrieben im Schnitt um 38 Prozent gekürzt. Das stellt viele Marketingentscheider vor die Herausforderung, zu priorisieren. Wir haben uns in den vergangenen Wochen mit Kunden aus diversen Branchen ausgetauscht, um herauszufinden, welche Maßnahmen für sie an oberster Stelle stehen. Die wichtigsten Erkenntnisse haben wir in diesem Blogartikel zusammengefasst. 

 

Shift zum Online-Business auch nach Corona?

Durch die spontanen Ladenschließungen wurden viele Händler über Nacht gezwungen, ihr E-Commerce-Business auszubauen. Vom provisorischen Instagram-Sale bis hin zu voll funktionsfähigen Onlineshops gibt es verschiedene Lösungsmodelle. Ein gelungenes Beispiel ist der neu entstandene Online Shop von Mono Concept, ein Hamburger Store für urbane Mode. In dem Podcast “Digitale Vorreiter” erzählt der Geschäftsführer Özgür Aylicki, wie er und sein Team Corona zum Anlass nehmen, sich digital neu zu vermarkten.

Viele beschäftigt aktuell die Frage, wie relavant das Digitalgeschäft nach der Wiedereröffnung des stationären Handels sein wird, oder viel mehr: ob der Online Handel durch Corona nachhaltig an Beliebtheit gewonnen hat. Hierzu gibt es unterschiedliche Prognosen. Sehr wahrscheinlich ist, dass viele der verkauften Produkte, die aktuell ein Absatz-Hoch erleben (z.B. Computerspiele, Sportartikel, Fieberthermometer, etc.) nach der Krise weniger bestellt werden. Aber wie steht es um Produkte und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs?

Eine Umfrage der Agentur Havas Media Solution ergab, dass vor allem Kleidung und Elektronik häufiger im Internet bestellt werden könnten als vor der Corona Krise. Konsumgüter wie Lebensmittel, Drogerieartikel und Medikamente wollen die Befragten im Gegenzug wieder häufiger im stationären Handel kaufen. 

Einer Untersuchung von Global Web Index zufolge, wirkt sich die Krise darüber hinaus massiv auf den digitalen Medienkonsum aus. Über 80 Prozent der befragten Briten und US-Amerikaner gaben an, mehr Online Content, darunter vor allem TV Streams und Videos zu nutzen. Vereinfacht gesagt steigt die Online-Nachfrage also vor allem bei Luxusgütern wie der Unterhaltungselektronik. 

 

Wie reagieren Marketing Manager auf die Krise?

Wie bereits erwähnt, befinden sich aktuell viele Unternehmen in einer Art vorsichtigen Warteposition, wenn es um die Planung von Marketingaktivitäten geht. Andere wiederum passen ihre Maßnahmen zu wenig an die Lage an. Natürlich müssen Unternehmen ihre Ausgaben dieser Tage besonders genau überwachen. Sind die Mitarbeiter in Kurzarbeit, ist es zudem unmöglich, seine Marketingaktivitäten wie gewohnt zu steuern. Was also können Sie als Marketing Entscheider tun?

 

1. Konzentrieren Sie sich auf eine Auswahl von wirksamen Marketing-Instrumenten!

Wirksam meint, dass Sie Ihren Aktionen ein sehr konkretes Ziel, zum Beispiel die Absatzsteigerung eines bestimmten Produktes, zuordnen können. Content Marketing ist zwar ein tolles Werkzeug, um langfristig Kunden zu gewinnen, aber auch mit sehr viel Zeit und Engagement verbunden. Was Sie jetzt brauchen, sind klare Werbebotschaften in Form von SEA und Display Ads sowie Social Media und YouTube Kampagnen, die auf Conversions abzielen. Auch Rabattaktionen eignen sich gut, um kurzfristig den Umsatz zu steigern. Hierbei bieten sich neben klassischen Anzeigen auch Kooperationen mit größeren Accounts an, die Ihr Produkt promoten (Stichwort: Influencer Marketing). Auch Webinare sind immer relevanteres Tool, um potentielle Kunden zu erreichen. Die Idee dahinter ist es, Menschen mit interessanten Inhalten (z.B. einer kostenlosen Demo, einem Tutorial oder einer Keynote) anzulocken, um ihnen im Anschluss ein Verkaufsangebot unterbreiten zu können. All die genannten Optionen sind außerdem eine gute Möglichkeit, um Ihre Bestandskunden zu aktivieren.

 

2. Werben Sie auf den richtigen Kanälen

Auch die best konzipierte Kampagne bringt Ihnen nur wenig, wenn sie am falschen Ort ausgespielt wird. Zu allererst sollten Sie sich daher die Frage stellen, wen Sie mit Ihrer Anzeige, Ihrem Webinar oder Ihrer Rabattaktion erreichen wollen und wo sich diese Menschen im Netz am meisten aufhalten. Ist ihr Produkt für eine sehr junge Zielgruppe bestimmt, bieten sich zum Beispiel Video-Ads auf Tiktok, Snapchat und Twitch an. YouTube, Instagram und Facebook funktionieren auch bei einer älteren Zielgruppe. Auf LinkedIn und Xing können Sie zurückgreifen, wenn Sie eine professionelle Dienstleistung im B2B-Bereich anbieten. Klassische SEA-Ads funktionieren in jeder Zielgruppe, sind jedoch auch komplizierter auszusteuern. Falls Sie keinen SEA-Spezialisten in Ihrem Team haben, empfehlen wir daher die Werbung über Ihre Social Media Kanäle - gerne beraten wir Sie hierzu in einem persönlichen Gespräch.

 

3. Intensivieren Sie die Zusammenarbeit mit dem Vertrieb

Wie bereits in Punkt 1 beschrieben ist es für die meisten Marketing Manager aktuell wichtig, sich auf gezielte Conversion-Kampagnen zu konzentrieren. Hierfür ist eine enge Zusammenarbeit mit dem Vertrieb notwendig, der die Leads, die Sie im Online Marketing generiert haben, zu zahlenden Kunden transformiert. Ein Beispiel: Sie konzipieren ein Webinar, Erklärvideo, Livetalk, etc. zu einem Thema, das ihren Kundenstamm interessieren könnte. So könnte ein Hersteller von Outdoor-Produkten beispielsweise ein Video darüber drehen, welche Produkte zu einer Erstausrüstung für Wanderer, Camper oder Wassersportler gehören. Dieses Video promoten Sie über eine Online Anzeige auf einem der oben genannten Kanäle. Um an dem Webinar teilzunehmen, müssen sich die User mit ihrer E-Mail-Adresse anmelden. Diese Daten wiederum sind wertvoll für Ihre Vertreibsmitarbeiter, die nun einen konkreten Ansatzpunkt haben, um Ihre Leads mit E-Mail-Kampagnen (zum Beispiel Produktempfehlungen, Links zu Blogartikeln, Sonderangebote, etc.)  zu erreichen. Das Beispiel verdeutlicht, wie wichtig es ist, dass sich Marketing und Vertrieb miteinander vernetzen und regelmäßige Dialoge zum Erfolg ihrer Maßnahmen führen.

 

4. Optimieren Sie Ihren Online Shop

Haben Sie die ersten drei Punkte gemeistert, werden sich Ihre Kunden früher oder später auf Ihrer Website beziehungsweise Ihrem Online Shop wiederfinden. Glückwunsch - damit ist ein wichtiger Teil geschafft! Wer jedoch glaubt, sich nun ausruhen zu können, wird leider enttäuscht werden. Denn wenn auf Ihre Hochglanz-Kampagne nicht eine mindestens gleichwertige Webpräsenz folgt, stehen die Chancen für Ihren Umsatz schlecht. Natürlich hängt der Erfolg einer E-Commerce-Strategie stark vom jeweiligen Produkt ab.Während es für niedrigpreisige Lifestyle-Produkte zum Beispiel genügen kann, einen Shopping Bereich auf Instagram zu integrieren, sollten Sie für hochwertige Ware und Dienstleistungen lieber auf eine seriöse Website setzen. Eine solche zeichnet sich durch einen klaren Aufbau sowie vertrauensfördernde Elemente (Prüfsiegel, Referenzen und Kundenbewertungen) aus. Auch Testimonial Videos können helfen, die Glaubwürdigkeit Ihrer Marke zu stärken. Die Qualität der Beratung ist online nicht weniger wichtig als im lokalen Geschäft. Hierzu gehören u.a. aussagekräftige Produktbeschreibungen, qualitativ hochwertige Fotos, ggf. Produkt- oder Erklärvideos, FAQs und natürlich Kontaktformulare. Viele dieser Elemente sind mit geringen finanziellen Mitteln umzusetzen. Es bedarf lediglich Ihrer Sorgfalt und Bereitwilligkeit, ihre Website aus Kundenperspektive zu betrachten.

 

Fazit

Ob Krise oder nicht - Marketing mit wenig Budget ist und bleibt eine Herausforderung. Wir glauben dennoch daran, dass man auch mit geringen Mitteln seine Umsätze steigern kann. Auch wir haben die Krise genutzt, um neue, experimentelle Marketingansätze zu verfolgen. Wichtig ist nach unserer Auffassung vor allem eine genaue Analyse der Zielgruppe und Streuung in den passenden Kanälen. Auch Ihre Website sollten Sie auf den Prüfstand stellen, bevor Sie Ihre Produkte oder Dienstleistungen bewerben. Falls Sie mit dem Gedanken spielen, Video Ads zu nutzen, sind wir gerne Ihr Ansprechpartner!

Über den Autor

Susanne Brand

Susanne Brand studierte Journalismus und Medienkommunikation in Köln und Hamburg und arbeitete währenddessen für verschiedenen Online- und Fernsehredaktionen. Ihr Herz schlägt für kreativen Content, sei es in Form von Blog-Artikeln, Instagram-Posts oder umfassenden Image-Kampagnen. Bei Pictima arbeitet sie seit Februar 2020 als Online Marketing Managerin.

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