Direkt zum Inhalt

Was ist Stock Footage?

Stock Footage oder auch Stock Videos sind kurze Clips, die eine allgemeine Idee abbilden. Meist geht es um ein bestimmtes Thema und Setting, um eine Tätigkeit oder die Abbildung einer zwischenmenschlichen Beziehung. Sämtliche Arten der Videoproduktion nutzen solche Stock Videos regelmäßig. Stock Footage wird daher teilweise von Videographen extra für diesen Zweck produziert. Es gibt diverse Anbieter, die Stock Videos anbieten. Die Videos werden je nach Thema mit Schlagworten versehen. So finden Nutzer die entsprechenden Videos, wenn sie einen bestimmten Suchbegriff eingeben. Die einzelnen Clips können käuflich erworben werden, die Lizenzen sind entweder Rights-Managed oder Royalty-Free. 

Auch wir haben bereits Stock Footage in Videos verwendet. In unserem Video für Nqyer liegt der Fokus auf dem Sprechertext. 

 

Das Stock Material unterstützt den Text lediglich bildlich. Läge der Schwerpunkt des Videos auf visuellem Storytelling und emotionalen und authentischen Bildern, würde Stock Footage in der Form nicht mehr funktionieren. Daher gilt bereits in der Konzeptionsphase abzuwägen, was und wie man es im Video erzählen möchte und wie Stock Footage genutzt werden kann und sollte. 


Wo bekommt man Stock Videos her?

Gutes Stock Footage bekommt man auf den verschiedensten Seiten. Die Ausrichtung der Plattformen unterscheiden sich dabei teilweise. 

Shutterstock: Auf der Plattform gibt es nicht nur Fotos und Vektorgrafiken, sondern auch sehr viele Stock Videos. Es gibt vielseitiges Material, das aber sehr allgemein gehalten ist. Die Stock Videos auf Shutterstock kosten ab 50 Euro aufwärts.

iStock: Wie bei Sutterstock gibt es bei iStock viel Material, das zwar abwechslungsreich, aber sehr unspezifisch gehalten ist. iStock arbeitet mit einem Creditsystem: Die Videos sind mit Credits versehen, die in eine bestimmte Preisspanne fallen. 

Adobe Stock: Adobe Stock verfügt über alternativeres und hochwertiges Footage, das künstlerisch angehaucht ist. Video-Clips kosten ab 64 Euro aufwärts.  

Filmsupply: Filmsupply ist eine sehr gute Möglichkeit, exklusive Clips für die eigene Produktion zu erwerben. Die Clips wirken nicht wie Stock Videos, sondern sehr cineastisch und kosten ab 79 Euro aufwärts.

Raw.film: raw.film bietet 8K RED Footage an, das cineastisch und aufwendig gestaltet ist. Die Preise für das hochwertige Material beginnen bei 149 Euro. 

Pond5: Auf pond5 gibt es exklusives Material, allgemeine Clips und eine sehr große Sammlung an Archivmaterial. Dabei sind die Clips sogar recht günstig und starten bei 28 Euro.


Die Vorteile von Stock Footage in Videos

Geringe Produktionskosten

Der Einsatz von Stock Footage für einzelne Sequenzen im Video kann einiges an Kosten sparen. Die Produzenten müssen nicht selbst mit einem Team und Technik vor Ort sein, um eine Sequenz von mehreren Sekunden zu drehen, sondern können einen Clip kaufen und herunterladen. Dadurch werden Ausgaben für Kameramann, Produktionsteam, Technik, Anfahrt etc. eingespart.
Zudem können die gekauften Clips in beliebig vielen Videos eingebunden werden und somit mehrmals verwendet werden. Die Kosten fallen einmalig an, das Footage lässt sich öfter nutzen. 


Weniger Produktionszeit

Nicht nur Kosten werden bei dem Einsatz von Stock Footage gespart, sondern auch Zeit. Denn die Footage Recherche auf den verschiedenen Anbieter-Websites nimmt nur einen Bruchteil der Zeit in Anspruch, die ein selbst organisierter und durchgeführter Dreh dauern würde. Je enger der Zeitplan für ein Video, desto mehr kann sich der Einsatz von Stock Footage in einem Video lohnen.


Technisch hochwertiges Material

Die Clips, die man auf Shutterstock und Co. findet, werden zum Großteil von professionellen Videographen und Kameraleuten aufgenommen. Die meisten der Videos sind daher in High-Definition-Qualität vorhanden, einige auch in 2K und 4K Qualität. Raw.film bietet sogar 8K RED Footage an. Die hohe Qualität der Clips ermöglicht den Einsatz für alle Zwecke der Videoproduktion. 


Aufnahmen zu jedem Thema

Luftaufnahmen von New York City – eine sehr teure und bürokratisch aufwendige Angelegenheit, wenn man diese Sequenz selber drehen würde. In den Stock-Footage-Datenbanken gibt es dagegen Unmengen solcher Aufnahmen. Und mal eben die Zeit zurückdrehen und die Rede von Martin Luther King filmen? Unmöglich! Die Stock Video Anbieter haben dafür viel historisches Film- und Fernsehmaterial, das Ihrem Video zusätzliche Glaubwürdigkeit verschafft. Sie finden hier zu ziemlich jedem Thema die passenden Clips, seien es abgelegene Orte der Welt, seltene Tierarten oder Aufnahmen von historischen Ereignissen. 


Die Nachteile von Stock Footage in Videos

Fehlende Authentizität

Sie sind sicherlich schon mal über ein ganz schrecklich gestelltes Stock-Bild gestolpert. Sei es in Broschüren, als Werbebanner im Netz oder in einer Keynote-Präsentation. Diese Fälle gibt es auch in Videoform. Suchen Sie nun zu einem bestimmten Thema einen Videoclip, laufen Sie immer Gefahr, dass dieser im Endeffekt gestellt und wenig authentisch wirkt. Vor allem, wenn die Sequenz, in die ansonsten selbst gedrehten Sequenzen eingebunden wird, stellt sich der Unterschied heraus. Besonders Clips von häufig gesuchten Themen, wie Meetings oder Einkaufsszenen, sehen oft unglaubwürdig aus. Solche Sequenzen können schnell die gesamte Wirkung und Aussage Ihres Videos zunichtemachen. Wenn die Zuschauer bemerken, dass einige Sequenzen zu gekünstelt wirken, dann werden sie enttäuscht von der fehlenden Authentizität sein. 

Auf dem YouTube Kanal LOLNEINDE werden gestellte Stock Videos mit lustigen Synchronisationen herrlich aufs Korn genommen. 


Die Videos werden auch von der Konkurrenz verwendet

Der Vorteil der Zugänglichkeit von Stock-Footage ist auch gleichzeitig ein Nachteil: Jeder kann sich das Material herunterladen und in den eigenen Videos einbinden. Auch die Sequenzen, die Sie bereits in ihren Filmen verwendet haben. Wenn Zuschauer das bemerken, ist das natürlich unangenehm. Potenzielle Kunden verlieren möglicherweise das Vertrauen in Ihr Unternehmen. Möchten Sie die alleinigen Nutzungsrechte an einem Clip sichern, kann das sehr teuer werden. 


Anderer Look & Feel

Angenommen, Sie haben bereits einige Videosequenzen gedreht und wollen einige wenige Stock Videos einbinden: Das kann sich schwieriger gestalten, als es klingt. Denn Ihre Aufnahmen wurden mit einer bestimmten Kamera gedreht, die Stock Aufnahmen mit einer anderen. Die verschiedenen Aufnahmen in Farbe, Belichtung, Kontrast, Fokus oder Rauschen aneinander anzupassen, funktioniert nicht immer. Das Download-Material hat manchmal bereits einen bestimmten Look, an dem nicht viel zu rütteln ist. Das fällt extrem auf und zerstört den Gesamteindruck und die Stimmung Ihres Videos.   


Insgesamt teuer

Der Einsatz von Stock Videos lohnt sich vor allem für einzelne Videosequenzen, dessen Produktion wesentlich aufwendiger und teurer wäre. Wenn Sie nun aber einen ganzen Film aus Stock-Material schneiden wollen, können die Kosten hier auch schnell in die Höhe schießen. Ein Clip kostet ab 28 Euro aufwärts, die meisten Clips liegen zwischen 50 und 150 Euro. Dabei müssen Sie bedenken, dass die Clips meistens wenige Sekunden lang sind. Sie benötigen also mehrere Stock Videos, wenn Sie verschiedene Sequenzen, Perspektiven und Aufnahmen einsetzen möchten, die dem Video durch einen guten Schnitt Dynamik verleihen sollen. 

 

Fazit

Stock Footage in Videos sollte nur sparsam eingesetzt werden, wenn es zu aufwendig und kostspielig ist, die Sequenzen selbst zu drehen. Oft ist es sowieso hinfällig, denn Sie sind an die Auswahl gebunden und können nicht immer den passenden Clip finden, der Ihren Vorstellungen entspricht.

Unser Kameramann und Editor Lucas findet: „Stock Footage sollte ergänzend und unterstützend eingesetzt werden. Es ist keine Universallösung, aber eine nützliche Quelle, wenn man bestimmte Motive nicht selbst produzieren kann oder möchte. In jedem Fall sollte bereits im Vornehinein feststehen, wann und wo Stock Footage eingesetzt werden soll, da das natürlich auch für die Kosten-Kalkulation relevant ist. Praktisch ist, dass ich jederzeit auf Stock Footage zugreifen kann. So kann ich daraus auch Moodfilme schneiden, um unseren Kunden zu zeigen, welchen Look & Feel wir uns für den fertigen Film vorstellen. Am wichtigsten in der Postproduktion ist für mich, dass das Stock Footage in einem flachen Bildprofil gedreht wurde, damit ich es nach Belieben graden – also farblich verändern – kann.“


Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat und Ihrer Meinung nach auch für andere interessant ist, teilen Sie ihn gern auf einem sozialen Netzwerk. Für ein monatliches Update zu unseren Artikeln abonnieren Sie unseren Newsletter mit den neusten Informationen.

Über den Autor

Julia Bellan

Julia Bellan studierte Medienwirtschaft und Journalismus an der Jade Hochschule Wilhelmshaven und entdeckte dort ihre Leidenschaft für das Schreiben. Als Redakteurin bei Pictima setzt sie alles daran, die Welt der Video-Branche aus allen Blickwinkeln zu betrachten und ihre Entdeckungen in unterhaltendem, aber informativem Content aufzubereiten.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Die optimale Videolänge | Pictima

5 Herangehensweisen, die optimale Videolänge zu bestimmen

Warum Sie einen Sprecher buchen sollten Teaser | Pictima

Warum Sie einen professionellen Sprecher für Ihr Video buchen sollten

6 Vorteile von Video Content | Pictima

6 Vorteile von Video Content für Ihren Marketing-Mix